> Aktuelles > Info-Ticker
01.03.2021
Blinde Lebensfreude – die Geschichte von Mausi!
Die kleine Dackeldame verlor im Alter von 5 Jahren ganz plötzlich ihr Augenlicht und schenkte mit ihrem Wesen und ihrer besonderen Geschichte vielen Hundebesitzern Mut und Hoffnung.

Blinde Lebensfreude – die Geschichte von Mausi!

Heute möchten wir Mausi vorstellen. Die kleine Dackeldame verlor im Alter von 5 Jahren ganz plötzlich ihr Augenlicht und schenkte mit ihrem Wesen und ihrer besonderen Geschichte vielen Hundebesitzern Mut und Hoffnung. Mausi ist im Juli 2020 im Alter von 11,5 Jahren während einer Operation verstorben. Wir durften Mausis Besitzer Vanessa und Michael interviewen:

Wie und wann kam Mausi zu euch?

Im Jahr 2009 haben wir eine Familie auf ihrem Bauernhof besucht. Dort wurden wir von zwei kleinen, schwarzen Flauschbällchen begrüßt. Die Kleinste und Schwächste im Wurf hatte einen sehr holprigen Start ins Leben. Doch sie kämpfte und siegte! Und wir nahmen sie mit – nicht aus Mitleid, sondern weil uns ihr Überlebenswillen beeindruckte.

Wieso ist Mausi erblindet?

Mausi wuchs heran und war ein quicklebendiger Hund. Es gab nie ein Anzeichen dafür, dass mit ihren Augen etwas nicht stimmte, keine Augenentzündungen oder tränende Augen. 2014 erblindete Mausi plötzlich über Nacht. Eine auf Augenheilkunde spezialisierte Tierärztin bestätigte unseren Verdacht: Mausi war auf ihrem rechten Auge vollkommen blind!
Dadurch konnten viele Untersuchungen nicht mehr durchgeführt werden, sodass wir davon ausgehen mussten, dass die Erblindung auf einen ungünstigen Stoß o.ä. zurückzuführen war. An diesem Tag ließen wir auch den Augeninnendruck messen. Dieser war sehr hoch was bedeutete, dass Mausi enorme Schmerzen haben musste.
Nach vielen Gesprächen über Alternativen und dem Abwägen von Vor- und Nachteilen haben wir uns dazu entschieden, das Auge operativ entfernen zu lassen. Die Operation verlief zum Glück ohne Komplikationen, und Mausi erholte sich nach der Entfernung ihres Auges sehr schnell. Sie wollte schon am gleichen Abend nur eines – Ballspielen!
Ein halbes Jahr später dann der nächste Schock, Mausis linkes Auge erblindete über Nacht. Am Mittag die Überraschung – Mausi konnte wieder sehen! Unsere Tierärztin erkannte, dass Mausis Tränenkanäle kaum bis gar nicht ausgebildet waren, wodurch die Tränenflüssigkeit nicht richtig ablaufen konnte. Da Mausi noch sehen konnte, haben wir natürlich alles versucht, damit das auch so bleiben würde.
Auch in den kommenden Tagen war Mausi am Morgen blind, am Abend sehend, was auf sogenannte „Glaukomanfälle“ zurückzuführen war. Am siebten Tag wurde sie nach einem erneuten Anfall schließlich völlig blind und erlangte ihr Augenlicht nicht mehr zurück.
Da auch dieses Mal der Augeninnendruck stark stieg, entschieden wir uns erneut für die Entfernung des Auges. Auch diese Operation verlief problemlos und Mausi war sehr schnell wieder auf ihren kleinen, starken Beinchen.

Habt ihr euren Alltag, euer Leben für Mausi umstrukturiert?

Nein, überhaupt nicht. Uns war es von Anfang an wichtig, Mausi nie wegen ihrer Blindheit zu bemitleiden oder zu denken „das schafft sie nicht”, ohne ihr die Chance zu geben, uns das Gegenteil zu beweisen. Und genau das haben wir rückblickend nie bereut.
Wir sind weiterhin Fahrrad gefahren, haben Berge erklommen und gemeinsam mit Mausi das Stand Up Paddling mit Hund entdeckt, das sie genau so sehr geliebt hat wie wir.
Geändert hat sich, dass Mausi im Straßenverkehr und auf sehr stark besuchten Wegen nicht mehr neben dem Fahrrad laufen durfte. Dafür hatte sie dann ihren „roten Flitzer“, den TRIXIE Fahrradanhänger.

Wie sind eure anderen Hunde mit Mausis Blindheit umgegangen?

Unsere Hunde und die von Freunden und Bekannten haben Mausi wie einen sehenden Hund behandelt. Hunde nehmen solch ein Handicap ganz anders wahr als wir Menschen.
Für Besitzer von blinden Hunden ist es wichtig zu wissen, dass die Mimik eines blinden Hundes von sehenden Hunden falsch interpretiert werden kann. Blinde oder zugenähte Augen können beispielsweise als starrend empfunden werden. Auf der anderen Seite können blinde Hunde nicht immer die Warnsignale anderer Hunde wahrnehmen, was beides zu Missverständnissen führen kann.



Was war Mausis größte Leidenschaft?

Mausi hat das Leben geliebt. Fahrradfahren, Wandern, Campen, Schwimmen, Stand Up Paddling – die Liste ist lang. Aber ihre größte Leidenschaft galt dem Ballspiel. Vor ihrer Erblindung haben wir mit Mausi gern „Tennis“ gespielt, das konnte sie täglich stundenlang machen.
Nach der Erblindung auf dem rechten Auge konnte es allerdings passieren, dass Mausi den Ball wortwörtlich aus dem Auge verlor. Also haben wir uns auf die Suche nach einer Lösung gemacht und den TRIXIE Lochball mit Glocke entdeckt.

Wie hat Mausi der Ballie im Alltag geholfen?

Ballie war nicht mehr wegzudenken, und egal wo wir waren, Ballie musste geworfen oder geschossen werden oder einfach nur da sein. Er hat Licht in Mausis Dunkelheit gebracht. Beim Spiel hat Ballie dafür gesorgt, dass Mausi „ein ganz normaler” Hund war, der aufgrund seines Handicaps nicht auf etwas verzichten musste.
Das Spielen mit Ballie hat aber nicht nur Mausi glücklich gemacht, sondern auch viele Menschen um sie herum. Es hat Menschen dazu gebracht, sich mit Mausis Geschichte auseinanderzusetzten, über Vorurteile nachzudenken und ihnen gezeigt, welch eine Lebensfreude ein blinder Hund haben kann.

Was würdet ihr Haltern von blinden Hunden raten?

Es geht weiter! Es wird besser! Ihr werdet gemeinsam an euren neuen Aufgaben wachsen!
Und, ganz wichtig – kein Mitleid haben! Das hilft einem blinden Hund nicht. Leider ist sogar genau das Gegenteil der Fall.
Ansonsten sind gewisse Kommandos eine unglaubliche Hilfe für blinde Hunde! Darüber und über vieles mehr gibt es immer wieder Beiträge bei uns auf Instagram unter @blinde.lebensfreude.

Wie entstand euer Instagram-Account?

2015 haben wir in verschiedenen Facebook Gruppen für blinde Hunde Fotos und Videos von Mausi hochgeladen, auf welchen sie mit uns Inliner fährt. Daraufhin ist unser Postfach explodiert. So viele Besitzer von blinden Hunden waren begeistert und vor allem inspiriert. Der Gedanke, dass wir schon mit einem einfachen Foto Menschen und deren Hunden dabei helfen könnten, mit dieser besonderen Situation umzugehen und ihnen Mut zu machen hat dazu geführt, im November 2015 Mausis Facebook Seite zu eröffnen. Ende 2017 haben wir uns dann an Instagram herangetraut.
Über die Jahre konnten wir so vielen Besitzern von blinden Hunden Tipps geben und ihnen zeigen, wie Mausi das Leben lebt und liebt. Für uns hatte und hat die Aufklärung immer größte Priorität. Denn es wird Tierbesitzern von blinden Hunden immer wieder nahegelegt, ihr Tier einschläfern zu lassen. Mausi war bis zu ihrem letzten Atemzug die pure Lebensfreude, die so vielen Menschen und Hunden Hoffnung geschenkt hat. Wir sind so unglaublich dankbar, dass wir diese kleine Dackeldame ihr Leben lang begleitet durften.
Auch heute, nach Mausis Tod, versuchen wir weiterhin nützliche Tipps zu geben und Besitzern von blinden Hunden eine kleine Hilfe zu sein!

Abschließend möchten wir uns von Herzen beim gesamten TRIXIE-Team bedanken! Ganz besonders bei Laura (Social Media Managerin), die immer ein offenes Ohr hat und dafür sorgte, dass Mausis Ballie wieder ins Sortiment aufgenommen wurde. Wir können es wirklich kaum in Worte fassen, wieviel Freude dieser Ball Mausi bereitet hat.

Wir danken Vanessa und Michael für diese ganz persönlichen Worte und ihre großartige Aufklärung in den Social Media Kanälen. TRIXIE wünscht euch alles Gute!