> Heimtier-Welt > Ratgeber
Futter rund um die Uhr!
Für ihre spezielle Verdauung benötigen Kaninchen ein andauerndes Nahrungsangebot.

Speziell – die Verdauung bei Kaninchen!

Das Fressverhalten und die Verdauung von Kaninchen weisen einige Besonderheiten auf. Um Ernährungsfehler zu vermeiden ist es wichtig, den Ablauf und die Beschaffenheit der Organe zu kennen.

Zunächst wird die Nahrung mit den Schneidezähnen grob zerkleinert und anschließend mit den Backenzähnen zermahlen. Mit Hilfe von Speichel kann die Nahrung die Speiseröhre passieren und rutscht in den Magen.
Magen und Darm des Kaninchens sind mit nur wenigen Muskeln versehen. Das bedeutet, dass die Nahrung nicht von den Muskeln durch den Verdauungstrakt transportiert werden kann, sondern nur durch nachkommende Nahrung weiter geschoben wird. Dadurch können Kaninchen auch nicht erbrechen. Der Verschluss zwischen Speiseröhre und Magen ist fest geschlossen und die geringe Muskulatur im Magen befindet sich vorwiegend am Magenausgang. Alles, was einmal in den Magen gelangt ist, kann nur nach unten abtransportiert werden.

Im Blinddarm sind Bakterien angesiedelt, die für die Aufspaltung und Bildung von Vitaminen zuständig sind. Hier wird ein extrem vitaminhaltiger Blinddarmkot gebildet, den die Kaninchen meistens direkt beim Ausscheiden wieder fressen, um die Vitamine optimal zu nutzen.

Im Dickdarm werden die übrigen Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen und Wasser entzogen. Die gesamte Darmpassage kann bis zu 7 Tagen dauern.

„Ad libitum“-Fütterung

Ad libitum heißt soviel wie "zur freien Verfügung". Kaninchen müssen auf Grund ihres Stopfdarms immer die Möglichkeit haben zu fressen. Am besten eignen sich Heu und Kräuter, um ihnen immer zur Verfügung zu stehen sollten. Diese Mischung enthält schon beinahe alle Nährstoffe, die Kaninchen benötigen. Die enthaltene Rohfaser hält zudem den Darm in Arbeit, und beim Zerkauen werden die lebenslang nachwachsenden Zähne optimal abgenutzt.

Heu-Verweigerer?

Fressen Kaninchen zu wenig Heu sollte man versuchen eine Sorte Heu zu finden die den Tieren besser schmeckt. Meistens hilft es auch, Kräuter oder Blüten bei zu mischen.
Als Alternative können Heu- oder Strohballen mit Blütenmix schmackhafte und gesunde Rohfaser liefern. Und ganz nebenbei sind sie eine super Beschäftigung. Aber auch Weiden- oder Röhrentunnel mit Heufüllung gestalten die Heuaufnahme für Heumuffel spannender.
 

Achtung: Kaninchen selektieren ihr Futter. So kann es mal passieren, dass der Großteil des Heus nicht gefressen wird. Daher muss regelmäßig neues Heu angeboten werden, aus dem sich die Tiere dann wieder die von ihnen benötigten Bestandteile heraus suchen können.